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12.08.2025

Ein Heim für Fledermäuse in den Pfarrkirchen Ammerfeld, Emskeim und Rohrbach

Graues Langohr (Bild: Anna Pfahler)

Große Mausohren in Rohrbach mit Rotlicht fotografiert, um die Störung möglichst gering zu halten (Bild: Anna Pfahler)

Langohr-Fledermäuse in Ammerfeld (Bild: Anna Pfahler)

Die Pfarrkirchen in Ammerfeld, Emskeim und Rohrbach sind nicht nur für Kirchengänger etwas besonders, sie bieten auch einen Rückzugsort für Fledermäuse.

Bereits seit über 40 Jahren werden Fledermäuse im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ehrenamtlich untersucht. Dabei spielen Kirchen eine besondere Rolle, denn einige Arten haben sich gut angepasst. Zum Beispiel das Große Mausohr (Myotis myotis) war ursprünglich in sommerwarmen Höhlen in Südeuropa verbreitet. Die ungestörten, großen und aufgeheizten Dachstühle der Kirchen bieten eine günstige Alternative, sodass sich die Art über ganz Deutschland verbreitete. Zwischen Mai und August bringen die Weibchen hier, in den sogenannten Wochenstuben, ihre Jungen zur Welt und ziehen sie groß. Im Herbst ist die Paarungszeit, ebenfalls über unseren Köpfen. Zwischen Oktober und April wechseln die Fledermäuse dann ins Winterquartier. Das sind klassischerweise Felshöhlen, alte Eiskeller oder tiefe Baumhöhlen. Hier überwintern sie bei hoher Luftfeuchtigkeit und kalten Bedingungen, bis die neue Saison beginnt.

In der Pfarrkirche St. Katharina in Rohrbach lebt im Sommer die größte Wochenstube des Großen Mausohrs im ganzen Landkreis. Mit rund 350 Tieren ist hier wirklich was los. Das erste Mal wurde die Kirche 1992 auf ein Vorkommen von Fledermäusen begutachtet. Damals schon wurden 320 Tiere gezählt. Zwischenzeitlich wurde einmal jährlich der Ausflug beobachtet. Die Zahl schwankte stark zwischen maximal 514 und minimal 83 gezählten Großen Mausohren. Das Große Mausohr ist mit 40 cm Flügelspannweite die größte unserer heimischen Arten. Bei seiner Jagd zeichnet es sich aus, denn es hat flugunfähige Laufkäfer zum fressen gern. Zur Jagd hält es sich deswegen besonders gern in alten Laubwaldbeständen mit lichtem Unterwuchs auf, wo es erspähte Käfer am Boden fängt.

Auch die Pfarrkirche St. Quirinus in Ammerfeld hat einiges für Fledermäuse zu bieten. Das Kontrollintervall war hier in der Vergangenheit nicht so groß wie in Rohrbach, zwischen 1986 und 2007 wurde die Kirche einige Male untersucht. Dann wieder im vergangen Jahr, wobei eine positive Überraschung ans Licht kam. Denn der Dachstuhl beherbergt eine größere Wochenstube von Langohrfledermäusen. Hier gibt es das Graue und das Braune Langohr, wobei die beiden Arten sich so ähnlich sehen, dass sie nur aus nächster Nähe oder über eine DNA-Analyse ihres Kots auseinandergehalten werden können. Die DNA-Analyse läuft derzeit noch, sodass noch nicht sicher bekannt ist, welche Art hier vorkommt. Mit insgesamt 24 Tieren handelt es sich aber um eine stattliche Anzahl für Langohren. Scheinbar fühlen sie sich im Dachstuhl der Kirche St. Quirinus besonders wohl. Der Turm bietet darüber hinaus noch Platz für eine kleine Wochenstube des Großen Mausohrs, mit etwa 13 Weibchen.

Dagegen ist in der Pfarrkirche St. Mauritius in Emskeim wenig los. Zwischen 1986 und 1992 sowie zwischen 2022 und 2024 wurde die Kirche besichtigt. Zuletzt wurden im Dachstuhl vor allem ältere Kotspuren der Gattung Plecotus, also von Langohrfledermäusen, gefunden. Im Turm gab es keine Fledermausnachweise. Im Gegensatz zu Großen Mausohren verstecken sich Langohren sehr gerne in Zapfenlöchern, in Spalten und hinter Ziegeln. So sind sie oft schwer zu entdecken, ein Blick auf den Boden verrät aber ihren liebsten Aufenthaltsort. Langohren unterscheiden sich auch in ihrer Art der Nahrungssuche vom Großen Mausohr. Sie jagen gerne in Gehölzstrukturen, um Falter und Insekten von den Blättern zu pflücken.

Unterstützen kann man die heimlichen Jäger der Nacht übrigens durch einfache Maßnahmen im eigenen Garten. Manchmal ist weniger mehr, zweimal Wiese mähen im Jahr reicht aus, um auf Dauer ein buntes Blütenangebot aus Wildblumen und damit ein gutes Nahrungsangebot an Insekten zu schaffen. Zusätzlich können Bäume mit Höhlen und totem Holz stehen gelassen werden und fördern so das Quartier- und Nahrungsangebot. Auf Pflanzenschutzmittel sollte lieber verzichtet werden, oft können alte Hausmittel Abhilfe schaffen. Auf unnötige Lichtquellen kann ebenso verzichtet werden, die verbleibenden können insektenfreundlich gestaltet werden. Außerdem kann das Quartierangebot durch Fledermauskästen an Bäumen und an Gebäudefassaden erweitert werden. So wird garantiert jeder Garten zu einem gemütlichen Zuhause oder zu einem aufregenden Jagdgrund für Fledermäuse. Auch man selbst profitiert von einer hohen Fledermausaktivität im Garten. Denn eine Fledermaus nimmt jede Nacht etwa 30 % ihres Körpergewichts an Nahrung zu sich. Welchen Effekt das auf die Stechmücken-Dichte haben kann, ist gut vorzustellen.

Anna Pfahler
Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen, SG33 Untere Naturschutzbehörde

Regelmäßige Gottesdienste

Heilige Messen in der Pfarrei Tagmersheim

siehe Ammerfeld

Heilige Messen in der Pfarrei Emskeim

siehe Ammerfeld

Heilige Messen in der Pfarrei Rögling

siehe Ammerfeld

Heilige Messen in der Pfarrei Rohrbach

siehe Ammerfeld

Heilige Messen in der Pfarrei Ammerfeld

Samstag 18.30 Uhr oder
Sonntag 9.00 Uhr oder 10.15 Uhr
abwechselnd mit EmskeimRohrbach, Rögling und Tagmersheim 

Beichtgelegenheit im Pfarrverband

Samstag 18.00 bis 18.15 Uhr vor der Vorabendmesse oder gerne nach Vereinbarung

Pfarrverband TERRA
Leiter: Pfarrer Tobias Scholz
Nadlerstraße 5
86703  Rögling
Tel. +49 9094 902344
Fax: +49 9094 902345
E-Mail: